Die Leitlinien des Deutschen Roten Kreuzes
Leitsatz des Deutschen Roten Kreuzes verabschiedet durch das Präsidium des
Deutschen Roten Kreuzes am 14.9.1995 und den Präsidialrat des Deutschen Roten
Kreuzes am 29.9.1995
Der hilfebedürftige Mensch
Wir schützen und helfen dort, wo menschliches Leiden zu verhüten und zu
lindern ist.
Die unparteiliche Hilfeleistung
Alle Hilfebedürftigen haben den gleichen Anspruch auf Hilfe, ohne Ansehen der
Nationalität, der Rasse, der Religion, des Geschlechts, der sozialen Stellung
oder der politischen Überzeugung. Wir setzen die verfügbaren Mittel allein
nach dem Maß der Not und der Dringlichkeit der Hilfe ein. Unsere freiwillige
Hilfeleistung soll die Selbsthilfekräfte der Hilfebedürftigen
wiederherstellen.
Neutral im Zeichen der Menschlichkeit
Wir sehen uns ausschließlich als Helfer und Anwälte der Hilfebedürftigen und
enthalten uns zu jeder Zeit der Teilnahme an politischen, rassischen oder religiösen
Auseinandersetzungen. Wir sind jedoch nicht bereit, Unmenschlichkeit hinzunehmen
und erheben deshalb, wo geboten, unsere Stimme gegen ihre Ursachen.
Die Menschen im Roten Kreuz
Wir können unseren Auftrag nur erfüllen, wenn wir Menschen, insbesondere als
unentgeltlich tätige Freiwillige, für unsere Aufgaben gewinnen. Von ihnen wird
unsere Arbeit getragen, nämlich von engagierten, fachlich und menschlich
qualifizierten, ehrenamtlichen, aber auch von gleichermaßen hauptamtlichen
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, deren Verhältnis untereinander von
Gleichwertigkeit und gegenseitigem Vertrauen gekennzeichnet ist.
Unsere Leistungen
Wir bieten alle Leistungen an, die zur Erfüllung unseres Auftrages erforderlich
sind. Sie sollen im Umfang und Qualität höchsten Anforderungen genügen. Wir können
Aufgaben nur dann übernehmen, wenn fachliches Können und finanzielle Mittel
ausreichend vorhanden sind.
Unsere Stärken
Wir sind die Nationale Rotkreuzgesellschaft der Bundesrepublik Deutschland. Wir
treten unter einer weltweit wirksamen gemeinsamen Idee mit einheitlichem
Erscheinungsbild und in gleicher Struktur auf. Die föderalistische Struktur
unseres Verbandes ermöglicht Beweglichkeit und schnelles koordiniertes Handeln.
Doch nur die Bündelung unserer Erfahrungen und die gemeinsame Nutzung unserer
personellen und materiellen Mittel sichern unsere Leistungsstärke.
Das Verhältnis zu anderen
Zur Erfüllung unserer Aufgaben kooperieren wir mit allen Institutionen und
Organisationen aus Staat und Gesellschaft, die uns in Erfüllung der
selbstgesteckten Ziele und Aufgaben behilflich oder nützlich sein können
und/oder vergleichbare Zielsetzungen haben. Wir bewahren dabei unsere Unabhängigkeit.
Wir stellen uns dem Wettbewerb mit anderen, indem wir die Qualität unserer
Hilfeleistung, aber auch ihre Wirtschaftlichkeit verbessern.